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    iStock-1194733745In der aktuellen Ausgabe unseres Partners sponsor news, schätzt Experte Dr. Peter Rohlmann die Umsatzausfälle im europäischen Fußball durch die Corona-Pandemie auf bis zu 5 Mrd. Euro. Lesen Sie hier, wie es dazu kommt und welche Auswirkungen sich auf den Fußball zeigen.

    Der Coronavirus hat das gesellschaftliche und sportliche Leben weltweit lahmgelegt. Von fehlenden Einnahmen aus dem Ticketverkauf, von Hospitality sowie Catering und Merchandising werden die Vereine in allen Sportarten und Ligen unterschiedlich betroffen. Allgemein gilt, dass mit absteigender Spielklasse die Abhängigkeit von den Spieltageseinnahmen zunimmt. Innerhalb der Ligen wirken außerdem zusätzliche Faktoren wie Größe und Auslastung des Stadions, Preisstrukturen und Vertriebs-Infrastruktur für Verzehr und Fanartikel. Alle möchten natürlich eine so schnelle wie mögliche Rückkehr zur Normalität, denn Sport insbesondere Fußball ist nur mit Fans und im Stadion am schönsten. Sollten das allgemeine und sportliche Leben jedoch über eine lange Zeit ausgesetzt sein, besteht die Gefahr, dass viele Sportvereine die Krise nicht überleben könnten.

    Wenn wir uns die aktuelle Situation mit der unterbrochenen Saison 2019/20 des Profifußballs anschauen, sehen mögliche Einnahmeverluste im Fußballgeschäft derzeit wie folgt aus: In den europäischen TOP 5-Ligen könnte der Umsatzverlust einschließlich TV-Rechte und Sponsoring vier Milliarden Euro betragen, weil noch 48 Ligaspieltage auszutragen sind. Bei Spielen ohne Publikum, sprich Geisterspielen, gingen allen Vereine ihre Spieltageseinnahmen verloren, was bis zu 630 Millionen Euro für die 98 Klubs ausmachen dürfte. Dabei ist die Premier League (9 verbleibende Spieltage) diejenige, die am meisten unter einem endgültigen Saisonabbruch leiden wird, denn hier summieren sich die Einnahmenverluste auf bis zu 1,3 Milliarden Euro und betragen rund 190 Millionen Euro, wenn die Saison noch mit Geisterspielen fortgeführt würde. Die Bundesliga (ebenfalls 9 Restspieltage) käme auf 0,9 Mrd. Euro Umsatzverluste bei einem Saisonabbruch und 150 Millionen Euro bei reinen Geisterspielen. Die nationalen Fußballverbände scheinen über 250 Millionen Umsatzverluste bilanzieren zu müssen. Zumindest rechnet der DFB laut Generalsekretär Friedrich Curtius mit Verlusten von rund 50 Millionen Euro – eine Größenordnung, die ähnlich auch für die übrigen großen Verbände aus England, Frankreich, Italien und Spanien gelten dürften.

    Der europäische Fußball läuft im Extremfall Gefahr, einen Umsatzverlust von bis zu 5 Mrd. Euro zu erleiden.

    Auch die Europameisterschaft EURO 2020 (300 Millionen Euro Verlust) ist abgesagt und auf 2021 verschoben worden, ebenfalls sind die europäischen Klubwettbewerbe vorerst ausgesetzt. Allein in der Champions League wäre mit Einbußen von rund 320 Mio. Euro zu rechnen. Wenn man den möglichen Verlusten für Vereine und Verbände in den fünf Top-Fußballländern diejenigen aus den europäischen  Fußballwettbewerben der UEFA hinzufügt, läuft der europäische Profifußball im Extremfall Gefahr, einen Umsatzverlust von bis zu 5,0 Milliarden Euro zu erleiden. Kann man also nach Überwindung der Corona Krise im Sportbusiness und da besonders im Fußball zur Tagesordnung übergehen? Ich glaube nicht. Wichtig ist, welche Werte Priorität haben und dass wir nicht ohne Solidarität und Gemeinschaftssinn künftig unser Leben regeln, auch im Sport.

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    Künftig wird von Bedeutung sein, wie Fans die jetzige Situation für sich selbst und für ihren Klub erleben. Fans werden genau beobachten, ob und wie sich ihr Klub und ihre Lieblingskicker 'gesellschaftskonform' verhalten, was sowohl bezüglich eigener Einschränkungen (Gehaltsverzicht zum Überleben des Klubs) als auch hinsichtlich aktiver Krisenbewältigung gilt, also u.a. Ideen, für den Klub zu werben, Sponsoren trotz Spielausfall Zusatzleistungen zu bieten etc. In diesem Zusammenhang ist auch die vorbildliche Aktion vom
    Joshua Kimmich und Leon Goretzka 'we kick corona' zu nennen.

    Die Fans werden noch mehr im Mittelpunkt der Management- und Verbandsentscheidungen stehen müssen. Die teilweise schon bisher an Grenzen stoßende Preispolitik, etwa im Merchandising bei den Trikotpreisen, wird noch kritischer hinterfragt werden, hier könnte künftig eine defensivere Preispolitik  ratsam sein. Und die ohnehin schon stark wachsenen digitalen Kommunikations- und Vertriebsanstrengungen werden für das Klubmarketing noch wichtiger.

    Dr. Peter Rohlmann ist Berater im Fußball und Fußball-Merchandise-Experte. Der Beitrag ist in der Ausgabe 04/20 der sponsor news erschienen.

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